Dienstag, 29. Oktober 2013

Jeder arbeitet nur soviel er möchte!

Claudia Huber war verzweifelt. Morgen brauchte sie unbedingt noch die Aufstellung der Verkaufserlöse über die Regionen. Doch sie konnte sich selbst nicht mehr darum kümmern, es standen noch Personalgespräche an. Also bat sie ihre Mitarbeiterin Silke Sonntag darum. Deren Antwort deprimierte sie:
"Tut mir leid, das kann ich heute unmöglich noch erledigen. Ich habe noch die Monatsaufstellungen und die letzten Protokolle fertig zu machen", kam es zurück. "OK, Nachtschicht" grummelte Claudia und ging in die Personalgespräche...

Sind Sie auch der Meinung, dass Ihre Mitarbeiter und Kollegen soviel arbeiten, wie sie können? Dann unterliegen Sie einem weit verbreiteten Irrtum!
Dabei meine ich nicht, dass diese nicht wollen. Zumeist laufen die Entscheidungsprozesse, was ich erledigen kann, unbewusst ab. Wenn ich mit Problemen belastet bin, werde ich langsamer arbeiten. Desgleichen bei monotonen Tätigkeiten. Arbeiten, die Spaß machen und fordern, werden schneller erledigt, weil ich das (unbewusst) möchte.

Was hätte Claudia Huber tun können, damit Frau Sonntag die Aufstellung noch machen möchte? Zunächst müssen reale oder gedankliche Hindernisse ausgeräumt werden...
  • Dabei wäre hilfreich gewesen, Silke Sonntags noch anstehende Aufgaben zu priorisieren. Der Faktor Ich-kann-das-nicht-weil-ich-keine-Zeit-mehr-übrig-habe wäre entschärft worden.
  • Möglicherweise hätte man die Aufgaben inhaltlich reduzieren können. Auch das hätte zur zeitlichen Entschärfung beigetragen.
  • Zusätzlich bieten Sie Anreize. Das erhöht das aktive Ich-will-Engagement. Doch zum Thema Motivation ein andermal mehr.
  • Und darüber hinaus seien Sie sich einfach bewusst: Jeder arbeitet nunmal (nur) soviel er möchte und nicht soviel er kann! Gut, wenn Sie der Grund sind, warum jemand mehr arbeiten möchte!

Vielen Dank an meinen Kollegen Urs für die Inspiration zu diesem Post!

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